Filialkirche St. Nikolaus

Filialkirche St. Nikolaus

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts ließen die Burgherren von Prümzurlay, die Herren von Meisenbergh (Luxemburg), erstmals an der Stelle der heutigen Kapelle ein Gotteshaus errichten, welches später zerstört wurde. In ähnlicher Form entsatnd am Anfang des 16. Jahrhunderts der jetzige Bau mit dem stilvollen Chor und dem schönen Sterngewölbe. Die ungewollte Asymmetrie der Bauteile, besonders auffälig beim gotischen Triumphbogen des Chores, verleiht dem Ganzen einen eigenen Reiz. Im 19. Jahrhundert wurde eine Sakristei angebaut, ansonsten blieb der ursprüngliche Bau unverändert. Lediglich im 18. Jahrhundert mussten 3. Fenster erneuert werden, diese wurden nicht mehr im gotischen Stil ausgeführt, sodass sich nur noch ein gotisches Fenster (vorne rechts) in der ursprünglichen Gestalt erhalten ist.

In den Jahren 1957/58 wurde die Kapelle durch den Baurat Vogel aus Trier erweitert. Der angebaute Rundteil ist so organisch in das Ganze eingefügt, dass selbst Fachleute gefragt haben, ob es sich um eine Erweiterung aus dem 18. Jahrhundert handelt. 1961/62 wurde nach Beseitigung der Kriegsschäden auch der alte Teil restauriert und ausgemalt. Dabei wurde die jetzige Altarmensa aus dem Mittelalter gefunden, sodass der Altar die ursprüngliche Form zurück erhalten konnte.

Im Chor ist die alte Steinfigur einer sitzenden Muttergottes aus der ersten Hälft des 13. Jahrhunderts aufgestellt. Der stilisierte Krausenrand des Kopftuches, wie es die „adelige“ Frau der damaligen Zeit trug, gibt dem Antlitz der Gottesmutter einen besonderen Liebreiz. Ihre königliche Hoheit und Würde ist durch die Krone und das (2. Teil) verlorene Zepter, sowie durch den schönen Faltenwurf der Gewandung ausgedrückt. Das Jesuskind hält in der linken Hand einen Vogel und fasst mit der Rechten den Kleidsaum der Mutter. Aus dem 16. Jahrhundert stammt das Vesperbild der schmerzhaften Mittergottes. Diese Pietá wurde als Gnadenbild verehrt. St. Nikolaus, der Patron dieser Filialkirche, ist in einer Holzoptik aus dem 18. Jahrhundert, rechts vom Chorbogen aus gesehen dargestellt. Zu beachten sind ferner die schönen figürlichen Konsolen des Gewölbes, welche nur vorne erhalten sind:

  • links der sogenannte „Gnadenstuhl“, wo der Vater seinen zum Heil der Welt geopferten Sohn am Kreuz annimmt;
  • rechts die hl. Veronika mit dem Bild des gemarterten Herrn auf dem Kreuzweg.

Neben  diesen Passionsmotiven war über dem Spitzbogen des Thrones der Sieg Christi dargestellt in einer spätgotidchen Malerei mit dem zum Gericht erscheinenden Kyrios. Diese Malerei wurde im 2. Weltkrieg durch Artilleriebeschuss soweit zerstört, sodass sie nicht restauriert werden konnte. Die Schlusssteine tragen folgende Wappen:

  • rechte Seite (von Vorne) Willibrord, Echternach Meisenbergh (frühere Burgherren)
  • linke Seite, Bistum Trier, Abt von Tholey, Grafen von Falkenstein